Was ist ein freiwilliges ökologisches Jahr?

Das freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) ist ein Angebot an junge Frauen und Männer unter 26 Jahren*, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und die ein Jahr lang freiwillig in einer Einrichtung des Natur- und Umweltschutzes oder der Umweltbildung arbeiten und lernen wollen.

Das FÖJ besteht aus der praktischen Tätigkeit an einer Einsatzstelle und fünf einwöchigen Seminaren.

* Keine Freiwillige bzw. kein Freiwilliger darf bei Beginn des FÖJ das 26. Lebensjahr schon vollendet haben. Das bedeutet, keine FÖJ´lerin bzw. kein FÖJ´ler darf im Laufe des FÖJ 27 Jahre alt werden.

FÖJ Einsatzfelder

  • Umweltbildung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  • Biotoppflege, Kartierungs- & Messarbeiten
  • Schutzmaßnahmen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten
  • Ökologische Landwirtschaft
  • Forstämter und Waldarbeiten
  • Verwaltungsabläufe bei Verbänden und Umweltbehörden
  • Umweltlabors
  • Fairer Handel
  • Agenda 21

FÖJ Seminare

Jeder/jede FÖJlerIn nimmt an fünf einwöchigen Seminaren teil. Diese dienen dem Erfahrungsaustausch, der Umweltbildung und der Unterstützung bei Fragen der persönlichen und beruflichen Lebensplanung.
Dabei wird kein vorgefertigtes Lehrprogramm abgespult, vielmehr wirken die FÖJ-Teilnehmenden selbst bei der Themenfindung und Ausgestaltung der Seminare mit.

FÖJ und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)*

Die pädagogische Arbeit richtet sich am Leitbild Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) aus. >>Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Menschen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt sie in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Das passt gut zum FÖJ!

Komponenten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gestaltungskompetentes Entscheiden und Handeln ausmachen, sind:

• Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
• Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können
• Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
• Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
• Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
• Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können
• An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können
• Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden
• Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
• Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können
• Selbstständig planen und handeln können
• Empathie für andere zeigen können

 

Um die Qualität der BNE-Bildungsarbeit im bayerischen FÖJ zu sichern wurden im Trägerverbund >>QUALITÄTSSTANDARDS festgeschrieben. Sie transportieren BNE-Inhalte in die Bildungsarbeit für die Bereiche Ökologie, Persönlichkeitsbildung und soziale Bildung, gesellschaftliches Lernen und politische Bildung.

Sie verstehen sich auch als Beitrag zu der 2005-2014 stattfindenden UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ und beinhalten neben den Qualitätsanforderungen für die FÖJ-Bildungsarbeit im engeren Sinne auch alle anderen wichtigen Elemente des FÖJ, z.B. die Anerkennung von Einsatzstellen, das Bewerbungsverfahren oder die Begleitung und Beratung von Teilnehmenden und Einsatzstellen.

Im Dialog der drei bayerischen FÖJ-Träger erarbeitet sind die Qualitätsstandards das Ergebnis bisheriger und Basis für eine zukünftige konsequente Weiterentwicklung des FÖJ, um auch in Zukunft gemeinsam mit den Einsatzstellen und engagierten Freiwilligen adäquate Antworten auf gesellschaftliche Prozesse und Herausforderungen zu entwickeln.

>>HIER können die Qualitätsstandards nachgelesen werden (auch in englischer Version)

* Um die Welt für nachfolgende Generationen lebenswert zu gestalten, müssen wir lernen, nachhaltig zu denken und zu handeln. Die Vereinten Nationen haben deshalb die UN-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" (2005 - 2014) ausgerufen. Mehr dazu: www.bne-portal.de

Förderer

Das FÖJ wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). 

 

 

 

Wir sind Träger des "Qualitätssiegels Umweltbildung in Bayern"